Unsere Lieblings-Alm im Pflerschtal ist die Allriss-Alm. Dieser statten wir bei jedem Aufenthalt mindestens einen Besuch ab. Dieses Mal haben wir uns für einen kurzen Abschnitt des Dolomieu-6-Almen-Weges entschieden.
Déodat Gratet de Dolomieu hat im 18. Jahrhundert diesen Bereich der Alpen erforscht. Nach ihm wurde der Dolomit, ein härterer und spröderer Kalkstein benannt, der für die Dolomiten in Venetien und im Trentino-Südtirol charakteristisch ist. Die häufig graue Farbe des Gesteins findet sich hier in den Bergen.

Wenige Meter von unserem Hotel geht es von der Talstation Ladurns mit einer Gondel auf 1.700 m Höhe. Von der Bergstation kann man direkt in den Dolomieu einsteigen. Bis zur Allriss-Alm sind es 7 km Strecke und 260 Höhenmeter hoch und 440 runter. Der Weg ist grundsätzlich gut begehbar, jedoch teilweise sehr eng und mit viel Gestein und Wurzelwerk versehen. Es geht nicht so schnell voran wie man es sich vielleicht vorstellt. Mit Pausen sind wir daher knapp 3,5 Stunden unterwegs gewesen. Wir haben den Weg vorher noch nicht ausprobiert, daher waren wir von dieser langen Gehzeit überrascht. Unterwegs hatten wir sehr schöne Blicke ins Tal und auf die charakteristischen Berge des Pflerschtals, den Tribolaun und die Weisswandspitze. Hinter beiden befindet sich direkt die Grenze zu Österreich.
Unterwegs durften wir einige kleinere Bäche queren, ebenso ein paar kurze Geröllpassage.
Ferner hatten wir eine Begegung mit zwei Kühen, von denen uns eine Kuh zunächsten den Weg versperrte. Dies war uns etwas unheimlich, da so eine ausgewachsene Kuh meistens aber nicht immer ungefährlich ist. Die Kuh stand an einer Wassertränke und wollte sich, den Weg komplett versperrend, nicht wegbewegen. Nach einigen Minuten Stillstand haben wir uns einige Meter zurückgezogen und aus ihrem Sichtfeld wegbewegt. Nach wenigen Minuten haben wir uns nochmals vorgewagt- glücklicherweise hatte die Kuh sich ebenfalls einige Meter vorwärts bewegt und versperrte nur noch einen Teil des Weges. Da wir nicht länger warten wollten, haben wir uns an ihr vorbeigeschoben. Das hat soweit gut funktioniert, allerdings hatten wir einen Schreckmoment als die Kuh beim Vorbeigehen sehr laut vernehmlich geschnaubt hatte.

Danach verlief die Wanderung bis zur Alm weitgehend aufregungsfrei.
Die Allriss-Alm ist unsere Liebliengsalm, da diese einen tollen Blick auf die Bergwelt gewährt, sehr leckeres Essen und eine aufmerksame Bedienung bietet. Gestern gab es Nudelsuppe mit Würstel und einen geteilten Kaiserschmarrn. Alternativ sind das Gulasch, die Knödel-Tris und die Rippchen zu empfehlen. Frisch gestärkt, haben wir uns auf den Weg zurück ins Hotel gemacht.

Der schnellste Weg führt nochmals 250 hm nach unten zum kleinen Ort St. Anton. Von dort kann man den Bus (alle 60 min) zum Talausgang nehmen, oder 5 km am Fluss entlang zum Hotel laufen. Wir waren genug gelaufen und haben den Bus genommen.
Für uns weitgehend untrainierte Wanderer war es anstrengungsmässig hinreichend, mehr war nicht notwendig. Insgesamt eine tolle Tour, die man nur empfehlen kann!
Für noch weniger trainierte Wanderer gibt es eine Alternatovtour auf komfortableren Wegen mit ganz wenig Höhenmetern, landschaftlich ebenfalls sehr empfehlenswert.














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